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» Ein kleiner Irrwisch

Ein kleiner Irrwisch
Seit zwei Tagen haben wir einen kleinen Irrwisch im Haus, den wir vor dem sicheren Tod gerettet haben, ein spiddeldürres 8 Wochen-Katzenmädchen, das inzwischen mit vollem Einsatz tobt, schläft, frisst oder schnurrt.
Als ich es sah, konnte ich nicht anders, als alles Wissen in den Wind zu schlagen.
Dieses Kätzchen ist weder geimpft, noch entwurmt, Flöhe hat es sicher auch, der Bauch ist ein bisschen hart, der After ein wenig geschwollen, und das erste, was es bei unserem Besuch tat, war mitten ins Zimmer zu ....

Mitzoomi, so heißt sie im Moment, ist außerordentlich lebendig, wie ein Laufwerk. Man hat den Eindruck, sie liebt das Leben und die ganze Welt, mit allen Herausforderungen und Überraschungen. Vorsichtig ist sie schon, aber die Neugier überwiegt fast immer.
Und dann sieht sie fast so aus wie meine frühere Saxa, zumindest das Fell und die Augen scheinen aus der gleichen Familie zu stammen, alle Katzenfarben sind individuell verteilt.
Der Körperbau ist allerdings viel schlaksiger und sie hat ein völlig anderes Temperament.

Ich finde es unglaublich, dass sie uns in der kurzen Zeit schon als Schmusepartner akzeptiert.
Größeres Interesse hat sie eigentlich an Suomi, unserer alten Katzendame, aber auch größeren Respekt.
Suomi knurrt zwar hie und da, aber ihr Fell ist nicht gesträubt.
Inzwischen lässt sie den Schwanz gut sichtbar vom Bett herunter hängen und aufreizend hin und her zucken.
Wenn dass Kätzchen (unter dem Bett) diesem Reiz nicht wiederstehen kann, gibt es ein ordentliches Fauch-Gewitter. *grins*
Am ersten Tag schien es undenkbar, dass die beiden in einem Raum schlafen könnten, jetzt liegen sie schon mit 50 cm Abstand nebeneinander. Normalerweise rechnet man 4 - 12 Wochen bis zu einer nervenschonenden Akzeptanz.
Ein bisschen mag es daran liegen, dass wir wenig Aufhebens von dem Neuankömmling machen, wenn Suomi in der Nähe ist, "ein junges Kätzchen springt herum, na und ?"

Vielleicht übernimmt sie bald die Erziehung zur Katze ? Ach, sie fängt schon damit an, der Kleinen den Dachboden zu zeigen.
Von dort geht es hinaus - da sind Hunde, Wassertonnen, Elektrozäune, Autos...
Es ist ganz schön schwierig, einen Ausgang für das größere Tier zu schaffen, der für das kleinere unpassierbar ist.
Umgekehrt wäre es kein Problem. *lach*
Jetzt steht da erst einmal eine meterhohe, glatte Holzplatte, aber ich fürchte das reicht höchstens für eine Woche.
Na, kommt Zeit, kommt Rat. Jedenfalls bin ich verzaubert, und auch glücklich wehmütig, und ich wünsche, dass niemand sich davon abhalten lässt, sein Herz zu verlieren, nur weil dieser Zustand nicht ewig sein kann


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